Freitag, 1. September
Endlich, meine ATM Card funktioniert ! fahre direkt nach der Arbeit
zur Party in der Amerikanischen Botschaft: es sind diesmal weniger Leute
da als vor zwei Wochen, da heute die Ferien (1 Woche) an der Uni anfangen
und somit die meisten (Austausch-)Studenten nach Malaysia, Borneo oder
Hong Kong fahren; hab aber trotzdem viel Spaß; danach afterhour bei
Chris (Neuseeland) und John (Australien);
Samstag, 2. September
Fahre zur Uni und bezahle meine Miete und hol mir dann die Unterlagen
vom Medical Test ab, leider ist der Umschlag verschlossen; mit diesen Unterlagen
muss ich jetzt beim Immigration Office mein Visa und meinen Student Pass
beantragen;
ich schau mit dann mal die (Center-)Bibliothek an und bin überrascht,
hier auch viele nicht-wissenschaftliche Bücher zu finden; das Angebot
an mathematischen Büchern ist nicht so groß wie in München,
aber ich geh mal davon aus, daß es auch noch eine Fachbereichsbibliothek
gibt; danach Essen, Computerraum und Swimming Pool;
gehe abends mit Oli in die nächste Kneipe zum Billardspielen;
werden von Locals herausgefordert und verlieren natürlich beide unsere
Spiele haushoch, aber der Wirt gibt uns daraufhin etwas Nachhilfe; für
ein Glas Bier (0,3l) bezahlen wir 8 S$;
Sonntag, 3. September
Schaue mir am Vormittag Chinatown an; auf dem Markt ist alles sehr
frisch, die meisten der Fische, Prawns, Frösche und Schildkröten
sind noch lebendig; besuche auch einen Tempel (keine Ahnung welche Religion),
muß dazu die Schuhe ausziehen, drinnen ist u.a. ein großer
Tisch, wo viele Inder rum sitzen und was essen; trau mich allerdings nicht
zu fragen, ob man da auch als Tourist was zu essen bekommt;
später aufs WOMAD (WOrld-Music-Art-Dance), ist wohl am ehesten
mit Tollwood zu vergleichen; ich höre Hari Prasad Chaurasia, einen
der berühmtesten indischen bamboo flute player, und noch weitere Bands
aus der ganzen Welt;
Montag, 4. September
Seit gestern wird die Buslinie, mit der wir alle zur Arbeit fahren,
von einem anderen Busunternehmen bedient; die Busse sind neuer und größer
und in den Sitzen hat man jetzt auch als Europäer Platz für den
ganzen Oberschenkel; aber was noch wichtiger ist: die Fahrt dauert jetzt
um 10 Minuten kürzer, d.h. 10 Minuten mehr Schlaf !
abends müssen wir unseren Caipi-Abend verschieben, weil wir keine
Limetten auftreiben (wir haben zwar einen eigenen Limettenbaum in unserem
Wohnzimmer, ich glaub aber, daß mich Joscha erschlagen würde,
wenn ich ihn plündere); deshalb wird's ein gemütlicher Bier-
und Chipsabend;
Dienstag, 5. September
Heute mach ich nach der Arbeit eigenlich nichts anderes, als Schlaf
nachzuholen;
Mittwoch, 6. September
Fahr nach der Arbeit direkt zur Uni zum Abendessen und verbring viel
Zeit im Computerraum;
Donerstag, 7. September
Justin (lokal, war mit demselben Austauschprogramm in München)
bringt mir seine Bohrmachine vorbei, so daß wir endlich einen Duschvorhang
aufhängen können; die Idee macht Runde und schließlich
kümmert sich keiner mehr darum, daß wir ja eigentlich nicht
mal Nägel in die Wand schlagen dürfen; für was haben wir
denn alle die Haftpflichtversicherung abgeschlossen ?
Freitag, 8. September
In der Arbeit gehen wir mittags zum Schildkrötenessen, schmeckt
allerdings nicht besonders gut; soll aber vor Krebs schützen und einen
Energieschub geben, so daß man 24 Stunden nicht schlafen muß,
wovon ich allerdings nicht merke;
abends ins Kino: Hollow Man (ist ziemlich langweilig);
Samstag, 9. September
Beantrage vormittags im SIR (Immigration Office) meinen Student Pass
(Visa), muß dort lange warten, aber sie haben dort Fernseher wo Mr.
Bean läuft; ich kann meinen Reisepass am Mittwoch wieder abholen und
dann endlich auch mit dem Reisen beginnen;
am Nachmittag zusammen mit Oli großer Wohnungsputz; jetzt können
wir auch unsere zwei neuen Teppiche (bzw. Strohmatten) ausbreiten, was
unser Appartement gleich viel wohnlicher macht;
abends gehen wir mit nem gemischten Haufen (3 x Deutschland, 2 x Holland,
1 x USA, 1 x Singapur/Holland) in die Chinese Gardens zum Moon
Festival: viele bunte Lampignons (schreibt man das so ?), Dragon Dance,
traditionelle Tänze, viel Pokemon-Merchandising und natürlich
Mooncakes;
Sonntag, 10. September
Fahre vormittags schon an die Uni und will ins Schwimmbad gehen: ist
aber gesperrt (wegen Kanu-Polo !?!), dann halt nur in den Computerraum
(Ergebnis vom Qualifying aus Monza anschauen);
dann nach Little India: einige Tempel und total leckeres Essen (schön
spicy); es ist sonst am Nachmittag relativ wenig los: kaum Leute und viele
Shops haben geschlossen; als ich aber um 7 heim muß, ist alles gesteckt
voll, so daß ich hier bestimmt mal am Abend wieder herkommen werde;
komme dann gerade noch rechtzeitig zum Start in Gillman an: bester
Crash in dieser Saison, aber Schumi ist schuld, daß Button ausscheidet;
gehe heute schon um 22.30 Uhr (!!!) ins Bett;
Montag, 11. September
Arbeit, Essen, Joggen, Lesen, Schlafen.
Da nichts besonderen passiert, mal ein paar Worte zum Bussystem hier:
Mit den Bussen kommt man überall hin, meistens sogar ohne Umsteigen;
nur nach Mitternacht muß man das Taxi nehmen, ist aber wesentlich
billiger als in Deutschland; in den Bussen ist es wegen der Aircon meistens
saukalt, so daß sich einige Leute schon erkältet haben; es gibt
keinen gescheiten Fahrplan, so daß man nirgends nachschauen kann,
wielange man für die Strecke braucht; man muß es halt vorher
einmal ausprobieren; eigenlich sollten die Busse alle acht bis 14 Minuten
fahren, es ist aber oft so, daß innerhalb von zwei Minuten zwei oder
manchmal sogar drei Busse auf einmal kommen und beim nächsten mal
muß man dann wieder eine halbe Stunde warten; aber wenigstens das
System mit den Fahrkarten ist praktisch: man hat eine Karte, die man in
den MRT (so was wie U-/S-Bahn)-Bahnhöfen aufladen kann, und in jedem
Bus sind zwei Automaten, wo man sich das (Einzel-)Ticket rauslassen muß;
dabei müsste man eigentlich vorher wissen, wieviel die Fahrt kostet
(es gibt Tickets für 60, 80, 100, 110, 120, 130 und 140 Cents); beim
Umsteigen braucht man ein neues Ticket; allerdings nimmt man immer nur
das Ticket für 60 Cents, da man, wenn man kontrolliert wird (passiert
mir so ein bis zwei mal die Woche) keine Strafe zahlen muß, sondern
nur den Differenzbetrag; somit ist das Busfahren gar nicht so teuer;
Dienstag, 12. September
Hab heut Gespräch mit meinem Abteilungsleiter: bekomme jetzt mehr
Geld (1250 S$/month), da das die Praktikanten bei Siemens auch bekommen
(Martin, der andere Praktikant aus München, hat da nämlich mal
nachgefragt, wieso wir so wenig bekommen); ich frag dann noch, ob wir während
des Studiums Geld von Infineon bekommen (Siemens zahlt da nähmlich
das volle Gehalt weiter und Infineon keinen Cent) und mein Boss verspricht
mir, mal nachzufragen (er ist davon ausgegangen, daß wir Geld von
der Uni bekommen würden);
fahre nach der Arbei mit Martin an die Uni zum Schwimmen und geh dann
noch in den Computerraum;
Jen Nee (Malaysia) bringt uns am Abend noch einen Mooncake vorbei und
wir schaun uns alle die Photos von Daniels und Joschas Trip nach Borneo
an.
Mittwoch, 13. September
Putze nach nach der Arbeit das Bad und breite die neuen Badezimmermatten
aus Plastik aus; denke, damit ist die Wohnungseinrichtung größtenteils
abgeschlossen; danach mit Joscha zum Essen und zum Billardspielen: finden
eindlich ein gescheites Billardcafe mit großen Tischen, die auch
in gutem Zustand sind;
Donnerstag, 14. September
Bin heut nur zwei Stunden in der Arbeit; mein Supervisor schickt mich
für den Rest des Tages an die Uni; auf dem Weg dorthin hol ich noch
schnell meinen Reisepass und mein Visum (20 S$) und meinen Student Pass
(40 S$); in der Bibliothek hole ich ein paar gescheite Bücher und
paper über Electronic Packaging, da sie bei Infineon keine Bibliothek
haben; ich hoffe, daß wir damit weiter kommen; bin sehr üerrascht
über die Kopierpreise an der Uni: 2 cents pro Seite; in München
würde das gerademal für das Papier reichen; merke die ersten
Vorteile als Post Graduat Student: ich darf die Bücher 4 Wochen ausleihen,
als Non Graduate darf man es nur für zwei Wochen; nach dem Essen zum
Joggen: finde endlich eine Runde, wo ich dem Strassenlärm auskomme;
Freitag, 15. September
Hab heute keine Lust mich zu betrinken und gehe deshalb nicht auf die
Party in der amerikanischen Botschaft sondern mit Joscha ins Kino (The
Art of War); danach ins "Pappa Joe's": kaufen uns einen Jug (etwas mehr
wie eine Maß) Bier für 30 S$; als wir später alle daheim
sind, beschließen wir unseren Lime Tree zu ernten und alle unsere
Alkoholvorräte zu vernichten, was uns allerdings nicht ganz gelingt;
Samstag, 16. September
Haben gemütliches Brunch mit französischem Baguette; danach
zum Swimming Pool und ins Computer Lab; zum Essen kommen dann Tom und Patrick
(München, NTU) vorbei; abends wollen wir Billardspielen, sind aber
keine Tische frei; entscheide mich dann für Fluidmechanik;
Sonntag, 17. September
Fahre ins Science Center - ein Museeum: ist allerdings sehr langweilig,
weil alles auf Kinder zwischen 6 und 12 Jahren ausgerichtet ist; dementsprechend
ist auch der Lärmpegel;
gehe dann zum Jurong Park: edlich mal kein Strassenlärm, dafür
ein paar interessante Pflanzen und Tiere; abends Ratsch und Lernen;
Montag, 18. September
Nach der Arbeit Bummel durch ein paar Shopping Centres; abends begleitet
mich Daniel zum Joggen;
Dienstag, 19. September
Abends ins Kino: Gossip; der erste Film, den ich hier sehe, wo nicht
die Hälfte herausgeschnitten ist; danach noch gemütliches Bier;
Mittwoch, 20 September
Werden mittags von einem fiesen Regen überrascht, nehme deshalb
ein Taxi zurück zur Arbeit; es gelingt mir dann endlich, ein Programm
zum laufen zu bringen, an das wir schon zwei Wochen rumbasteln; danach
zur Uni in den Computerraum; kann immer mehr Leute zum Joggen animieren:
Daniel und Marco begleiten mich; wir sehen bestimmt so an die 20 Fledermäuse;
Donnerstag, 21. September
Gleich nach der Arbeit ins "Pappa Joe's": 60's Party mit "free flow
of food and drinks", und das alles ohne Eintritt;
Freitag, 22. September
Aufgestanden, wollte die Katze treten, leider haben wir keine;
abens Essen, Joggen, Billard (es spielen hier erstaunlich viele Leute
Pool auf den Snooker-Tischen), kleines privates Oktoberfest;
Samstag, 23. September
Frühstück, Wäsche, Putzen, Computerraum, Essen, Wohnheimparty,
Pokern bis um 5;
Sonntag, 24. September
Brunch, Computerraum, kurz in die Bibliothek (ein paar paper kopieren),
Swimmingpool; abends Moonwalk mit ca. 40 Leuten aus dem Wohnheim zum Labrador
Park: dient dem besseren Kennenlernen (es gehen ja nicht alle Leute immer
auf die Partys); das erste Mal, daß ich hier ans Meer komme; das
Formel 1 Rennen aus den USA wäre um 2 Uhr in der Nacht, ist mir zu
gefärlich, daß ich dann in der Arbeit einschlafe mit nur 3 Stunden
Schlaf; das ist das erste Rennen, das ich in dieser Saison verpasse, weil
es wegen diesen dämlichen Olympischen Spielen diese Woche auch kein
Replay gibt;
Montag, 25. September
Die TU-Delegation aus München mit Prof. Koch und allen Studien-Dekanen
ist gestern in Singapur angekommen (sie bleiben eine Woche); wir haben
gemeinsames Essen beim Inder; jeder sitzt beim Dekan seiner Fakultät;
tolle Gelegenheit, sich mit Prof. Schlichting mal länger zu unterhalten;
ich kann Herrn Koch endlich mal festnageln, mir zu sagen, was mit dem (mir
schriftlich zugesicherten) Reisekostenzuschuß von 1200 DM ist: er
sagt mir nur, daß ich wohl keine Chance haben werde, das Geld zu
sehen, weil Infineon nichts bezahlen will; Tip für die Nachfolger:
geht auf keinen Fall zu Infineon sondern zu Siemens, die zahlen insgesamt über
ca. 6000 S$ mehr ! oder sucht euch notfalls selbst ein Praktikum
(z.B. über Contact
Singapore oder Kontakte eurer Profs); (Nachtrag dazu siehe am 7. Dezember);
danach gehen wir noch mit einigen Profs ein Bier trinken;
Dienstag, 26. September
Abends mit Christian (München) ins Kino: The Cell
Mittwoch, 27. September
Nach der Arbeit zwölf Bahnen im Pool (ich hab mir jetzt endlich
mal ne Schwimmbrille gekauft; das Wasser ist ziemlich chlorhaltig) und
dann vor den Computer;
Donnerstag, 28. September
Gehe nach der Arbeit und dem Essen mit Martin zum Joggen; brauche den
Rest des Abends, um wieder zu Kräften zu kommen und meine Wäsche
au waschen;
Freitag, 29. September
Direkt nach der Arbeit zum Essen und dann zur Amerikanischen Botschaft;
ein paar Leute von der TU-Delegation (,die von einer Woche Singapur ziemlich
gelangweit sind,) sind auch da; danach noch gemütliches Bier daheim;
Wochenende: Trip nach Bintan (Indonesien)
Samstag, 30. September
Wir wollen um 8 Uhr los, Chistian ist wach, wir läuten Jaring
(Holland) und Martin raus; diese haben aber gestern Abend beschlossen,
daß wir erst um 9 Unr starten, haben aber vergessen, uns Bescheid
zu geben; Christian und ich informieren uns halt dann mal derweil über
die Fähre und schauen im Fernsehen Heidi (ja genau, die Zeichentrickversion)
auf Malay oder einer anderen asiatischen Sprache an; das mit dem Jodeln
bringen die aber nicht so ganz hin; holen dann um 9 Philia und Joul (beide
Holland) ab und nehmen Taxi zur anderen Seite von Singapore, wo die Fähre
startet; diese kostet hin und zurück 30 S$ und braucht knappe zwei
Stunden;
Bintan ist eine indonesische Insel und ist etwa so groß wie Singapore;
Zeitunterschied: 1 Stunde;
wir werden gleich am "Hafen" von zwei Führern abgefangen, die
wir auch nicht so schnell wieder los werden; sie bringen uns zum Geldwechseln,
Boardpaß für die Rückfahrt Abholen, Essen (Getränk
aus hygienischen Gründen ohne Eiswürfel);
der Unterschied zu Singapore ist ziemlich krass, da die Leute hier
ziemlich arm sind und man die ganze Zeit angebettelt wird; dafür sind
aber alle total freundlich und schauen nicht wie die Chinesen nur in den
Boden sondern lachen einen an und versuchen, mit ihren zwei Sätzen
Englisch ins Gespräch zu kommen; wir nehmen dann zwei Taksis und fahren
an die andere Seite der Insel zum Strand; einer der Führer will mit
ins Taksi einsteigen und uns begleiten, es gelingt uns aber, das zu verhindern;
Fahrt dauert etwa eine Stunde und kostet ca. 16 S$, Fahrer hat eine Metallica-Kassette
dabei; wir treffen zufällig Tom und Patrick (München, NTU);
Quartier:
kleine Palmhütten, jeweils 2 Leute eine; Dusche und Klospülung
bestehen aus einer Tonne mit grünlichem Wasser, das sie aus dem Sumpf
herpumpen, und einem kleinen Behälter zum Schöpfen; zum Zähneputzen
nehmer wir aber doch lieber Mineralwasser; Meer ist zwar nicht besonders
tief, aber sauber genug, um ohne Bedenken hineinzugehen; es gibt Eisvögel,
viele Krebse und Fledermäuse; außer uns sind keine Leute da,
wir haben also im Prinzip unseren Privatstrand;
kaufe mir in einem kleinen Laden einen Sarong; schneide mich beim Versuch,
eine Kokosnuß zu öffnen, in den Finger, nur um dann festzustellen,
daß sie noch nicht reif ist; die Milch schmeckt aber dafür lecker;
die Jungs, die das alles hier verwalten (die Hütten gehören ihren
Eltern) machen uns was warmes zum Essen; sie haben dort auch eine Stereoanlage,
allerdings nur drei Kassetten; wir verbringen mit ihnen den Abend und "vernichten"
den Tiger.