Januar 2001

Februar 2001

Donnerstag, 1. Februar
Geh heut zum Zahnarzt zum Zähnereinigen, komme überraschender Weise sofort ohne Termin dran, bei nem anderen Zahnarzt hab ich es aufgegeben, nachdem ich innerhalb vier Wochen keinen Termin gekriegt hab;

Freitag, 2. Februar
Fahr abends mit Ulf nach Gillman Heights und leih mir von Dirk das Schachbrett aus, gehen dann zum Hong Kong Center zum Essen und spielen eine Partie; die Bedienungen kommen kaum mehr zum Arbeiten, weil sie uns nur zuschauen; mach dann mit einer Bedienung noch ein Spiel Dame;

Samstag, 3. Februar
Die Viatnamesen wollen heute ein Fußballmatch gegen uns Deutsche machen, weil sie gegen die Chinesen/Singapuris nicht mehr spielen dürfen, da diese sich immer beschweren, daß sie zu hart und unfair spielen; die anderen haben aber keine Lust, so daß ich allein mit den Viatnamesen spiele;
abends Abendessen mit Prof. Koch und Prof. Hiller von der TU München, diese waren jetzt ne Woche hier, um neue Verträge zu machen, morgen gehts nach Bandung (Jakarta, Indonesien), wo wir euch ne Partneruniversität haben; erstaunliche Neuigkeiten aus München: die TU München wird in Singapur eine eigene deutsche Universität eröffnen (naja, genügend deutsche Ausstauschstudenten und Praktikanten wären wir ja schon);
gehen danach noch ein Bier trinken;

Sonntag, 4. Februar
Schlafen bis mittag, Pool mit Schachspiel, schlafen, Hausaufgaben, den ganzen Abend Mau-Mau spielen, um 2 in der Nacht noch mit Philip ins Krankenhaus rüber zum Abendessen;

Montag, 5. Februar
Melde mich heute von meiner Approximation Theory Vorlesung wieder ab; ich seh nicht ein, wieso man in einer Vorlesung, die speziell für Studenten im 8. Semester ist, 2 1/2 Wochen dafür verwenden muß, eine Metrik und eine Norm zu definieren; hab auch ein gespanntes Verhältnis mit dem Prof., weil ich meine Langeweile nicht verbergen kann, es aber Anwesenheits- und Hausaufgabenpflicht besteht; Abmeldung ist der gleiche bürokratische Akt wie die Anmeldung;
fahr am Nachmittag mit Christian nach Chinatown auf der Suche nach einem Flug für die recess week, finden aber noch nichts passendes;
kaufe mir ein Headset, um kostenlos übers Internet telefonieren zu können; Qualität läßt aber doch noch sehr zu wünschen übrig;
abends mit Martin zum Essen, dann zum Joggen;

Dienstag, 6. Februar
Abends ins Fußballländerspiel, WM 2002 Qualifikation, Asien, Gruppe 4: Kuwait vs Singapore; Singapore erringt ein 1:1 und feiert es wie einen Sieg (die Kuwaitis sind wohl kaum gewohnt, bei strömendem Regen zu spielen), nachdem sie am Samstag gegen Kyrgystan verloren haben;

Mittwoch, 7. Februar (Thaipusam)
Um 6 Uhr aufstehen und nach Little India zum Thaipusam: indischer Feiertag (wird allerdings nur in Singapore und Malaysia gefeiert), wo sich die Leute Pfeile durch Zunge und Backen stechen lassen und sich komische Gestelle und viele Limes mit Nadeln in die Haut stecken, dann ziehen sie durch die Stadt zu einem Tempel und bringen dort Opfergaben dar; die Leute begeben sich vor dem Piercen in Trance, so daß es beim Durchstechen nicht blutet, zum Desinfizieren der Pfeile nehmen sie Mineralwasser und eine Banane her;

Samstag, 10. Februar
Am Nachmittag aufs Chingay, eine große Parade mit Tänzern, Trommlern und Drachen; gehört zu den Chinese New Year Celebrations dazu; ist mal wieder eine der Massenveranstaltungen hier, wo aber dann die Leute nur rumstehen;

Montag, 12. Februar
Fahr mit Christian schnell nach Johor Bahru (Malaysia) rüber, um jetzt endlich den Flug für die Uni-Ferien nächste Woche zu buchen (da es malayischer Inlandsflug ist, somit deutlich billiger als internationaler Flug): 9 Tage Borneo, mit 4000er Besteigung und Dschungel-Trek;
finde in nem Supermarkt eine neue (= mir unbekannte) Frucht/Gemüse: apple-cucumber, schmeckt so ähnlich wie Kohlrabi;

Freitag, 16. Februar
Am Abend in die Victoria Concert Hall zum Konzert vom Singapore Symphony Orchestra:
Giochianni Rossini: Overture to Il Viaggio a Reims (The Journey to Reims)
Wolfgang Amadeus Mozart: Piano Concerto No. 24 in C minor, K 491 (mit Nikolai Demidenko am Klavier)
Franz Schubert: Symphony No. 1 in D major, D 82
bin zwar von der Akustik ihrer hochgelobten Victoria Hall etwas enttäuscht, dafür kostets aber wesentlich weniger als im Gasteig;
anschließend zum Boat Quay auf ein Bier und einen Roti Prata, dann halbe Nacht Ratsch auf unserem Balkon;

Samstag, 17. Februar
Die meisten der Busse hier wurden in letzter Zeit mit Monitoren ausgestattet, jetzt läft da immer ein eigener Infochannel, und heute seh ich das erste mal eine spezielle Bus-Tele-Gymnastik, aufgeteilt in Übungen für die Leute, die stehen und für die Leute, die sitzen;
abends auf eine "Gothic Party" im Chinajump (eine Disco); wir haben die Möglichkeit, 25 S$ Eintritt inclusive einem Freigetränk zu zahlen und gleich reinzugehen, oder aber 20 S$ inclusive zwei Getränken, dann müssen wir uns aber in der Schlange anstellen; wir entscheiden uns für letzteres, brauchen dann aber auch über eine Stunde bis wir reinkommen; sie spielen dann aber erst eineinhalb Stunden 80's und dann eine Stunde aktuelle Charts wie Jennifer Lopez und Bahaman, mit Gothic hat das alles aber ziemlich wenig zu tun;
Packe dann in der Nacht meinen Rücksack für den Urlaub;

18. - 27. Februar: Borneo - Reise

Borneo Sabah

Sonntag, 18. Februar
Nach zwei kurzen Stunden Schlaf um 8 Uhr aufstehen, treffe dann Astrid und Christian und wir fahren zum Orchid Hotel, wo Malaysia Airlines eine Niederlassung hat; dort Einchecken und mit Airlinebus direkt nach J.B. rüber, dann Flug mit ner Boeing 737 nach Kota Kinabalu (K.K.) in Sabah auf Borneo; Flug dauert 2 1/2 Stunden; mit Taxi in die Stadt zum Bus Terminal, nach zehn Minuten geht gleich ein Minibus los, der uns zum Headquarter am Fusse der Mount Kinabalu bringt (liegt ca. bei 1300 m); Fahrt dauert eine gute Stunde; Abendessen mit frischem Salat, schlafen in einer einfachen Hütte;

Montag, 19. Februar
Wir müssen um 7 Uhr am Office sein, damit wir uns mit anderen einen Guide teilen können, der verpflichtend, wie sich aber später herausstellt, völlig nutzlos ist; wir müssen auch noch 50 RM (22 S$) climbing permission und 3.50 RM Versicherung bezahlen; dann mit Minibus noch ein Stück bis, der Fußweg auf den Berg losgeht; ist jetzt so bei 1800 m; der Berg selbst kommt mir zu einfach vor, fast den ganzen Weg über sind hözerne Stufen da, jeden Kilometer kommt ein kleiner Unterstand mit Toilette und frischem Trinkwasser; die zwei Engländer, mit denen wir den Guide teilen, sind extrem langsam, ich warte zweimal eine dreiviertel Stunde auf sie; kommen kurz nach Mittag auf unserer Hütte auf 3300 m an; hier oben ist jetzt logischerweise schönster Sonnenschein, da die Wolken ja jetzt ein schönes Stück unter uns sind; ich leg mich also auf einen Stein und schlaf den ganzen Nachmittag in der Sonne; Abendessen im Restaurant; dort sitzt jetzt dummerweise auch eine Horde schwedischer NUS-Austauschstudenten, die auch wie ich im Extension Block A wohnen; um halb neun ins Bett;

Dienstag, 20. Februar
Um 2.30 Uhr aufstehen; war wohl gestern entweder zu viel in der Sonne oder ich vertrag die Höhenluft nicht: habe total geschwollene Augen, Kopfweh und mir ist schlecht; um 3 Uhr holt uns der Guide ab (die Engländer sind schon eine halbe Stunde vor uns los); ich muss dann alle hundert Meter stehen bleiben, weil mir so schlecht ist, kann mich aber leider nicht übergeben; nach einer Stunde kommen wir an die Vegetationsgrenze, ab hier nur noch Fels, meist sind Seile da; schön langsam werden es mehr Leute hier; z.T. überholen wir, z.T. werden wir überholt; wir kommen gegen 6 Uhr am Gipfel auf 4100 m an; pünklich zum Sonnenaufgang; ich wickle mich nur in meinen Schlafsack ein und kriege nicht viel mit weil mir so schlecht ist und mich so friert; es sind erstaunlich viele Ratten auf dem Gipfel, die halten sich wahrscheinlich hier auch nur, weil jeden Morgen ein paar Krümel von den Touristen abfallen; ich lese später, daß diese Ratten normalerweise nur zwischen 2500 m und 3000 m vorkommen;
nach einer viertel Stunde gehen wir wieder runter, nach einer Stunde gehts meinem Magen schön langsam wieder besser und gegen 8 Uhr kommen wir dann wieder bei unserer Station an; Zeug Zusammenpacken und ausgiebiges Frühstück, Magen ist wieder OK, Augen noch nicht; um 9.15 Uhr gehen wir oben los, ich laufe ohne Pause durch und komm unten um kurz nach 11 an; eineinviertel Stunden später sind dann auch die Engländer da, und wir fahren zurück zum Headquarter;
von dort fahren wir nach Poring zu den Hot Springs; das Wasser kommt hier mit 40 - 60 Grad Celsius raus, sie haben lauter Einzelbecken, wo man sich mit kaltem Wasser zusammen eine angenehme Wassertemperatur zusammenmischen kann; nach ein paar Stunden kommen auch die Schweden an; sehe heut ein Wandelndes Blatt; dann Wäschewaschen und zur Dämmerung geh ich mit Astrid in dem Wald zu eine Bat Cave, stell mich direkt vor den Eingang und leucht mit der Taschenlampe hinein: die Fledermäuse kommen direkt auf mich zu und drehen dann ca. einen halben Meter vor mir ab; nur eine ist wohl etwas ungeübt und erwischt mich mit dem Flügel;
Abendessen in einer kleinen Bude am Straßenrand;

Mittwoch, 21. Februar
Lassen uns in der Früh nach Ranau (nächste Stadt) fahren, 10 Minuten später geht gleich der Bus weiter nach Sandakan (Stadt etwas südlicher an der Ostküste); Straße ist in erstaunlich gutem Zustang, allerdings liegen überall schlafende Hunde und Kühe rum, die wir umfahren müssen; Fahrt dauert 6 Stunden; nehmen uns in Sandakan ein Hotelzimmer und machen uns dann auf den Weg, eine Dschungel-Tour zu organisieren; das erste Reisebüro bietet nur ein total überteuertes Resort an, wir finden dann ein Guest House, das uns was billiges in nem Camp anbietet; dann auf einen Obst- und Gemüsemarkt und anschließend zum Meer, um uns von den malayischen Mädels anhimmeln zu lassen; dann BBQ-Fisch auf dem Night-Market und dann noch ein Bier trinken;

Donnerstag, 22. Februar
In der Früh den Fischmarkt anschauen, dann was essen; um 11 werden wir abgeholt, zwei Schweden kommen auch mit; erst eineinhalb Stunden im Minibus auf Teerstraße, Mittagesssen, dann noch eineinhalb Stunden auf Sand-"Straße" durch Palm Oil Plantagen durch bis zu einem Fluß; von da eine Stunde mit einem kleinen Boot, sehen viele Tiere: vier verschiedene Arten von Affen, Reiher, Schwarzstörche, Kingfisher; dann auf einem kleinen Seitenarm vom Fluß zum Crocodile Lake, hier ist unser Camp: eine kleine Hütte mir Veranda und Küche und ein paar kleine Huts; Strom und fliessendes Wasser gibts nicht, dafür Unmengen von Mosquitos; abends Schachspielen und Louis, einer der Guides dort, zeigt uns ein paar Kartentricks;

Freitag, 23. Februar
In der Früh mit Louis in den Wald; wir haben Glück und finden wonach wir suchen: ein Orang Utang; er versteckt sich in ca. 30 m Höhe auf einem Baum; dann zurück und Banana-Pancake frühstücken; Morgenwäsche und Schwimmen im Lake; das Wasser hat zwar eine rot-schwarze Farbe, aber zumindest riecht es nicht sehr intensiv; dann nochmal schlafen in der Hängematte und Wäschewaschen, Mittagessen und Lesen; dann nochmal ohne Guide in den Wald, sehen weiße Schweine;
kurz vor Dämmerung noch eine Bootstour auf dem Fluß: nochmal viele Affen und ein grauköpfigen Fischadler, gehen an Land und zu einer Höhle mit Fledermäusen; sehen einen großen Frachter, der Tropenholz abtransportiert; Abendessen und Schach;

Samstag, 24. Februar
Heute der erste Tag, wo wir Pech mit dem Wetter haben: es regnet die meiste Zeit und die Zahl der Mosquitos verdoppelt sich; sitzen deshalb den ganzen Tag auf der Veranda und schlafen und lesen; am Nachmittag investier ich einen Pancake, der beim Frühstück übrig geblieben ist, und angle uns fünf Barsche; Henry, unser Koch, will sie mir aber nicht braten, sondern er will sie am Sonntag fürs Mittagessen hernehmen, weil sich für da eine größere Gruppe angemeldet hat, wir haben dann allerdings nichts mehr davon; stattdessen frietiert uns Henry eggplants (Rezepte), die schauen dann auch fast wie Fisch aus; abends wieder Schach, verlier heut meine erste Partie;

Sonntag, 25. Februar
Zum Frühstück gibts heut Cocos-Milchreis mit Ananas, danach Abfahrt mit dem Boot: sehen diesmal viele Hornbills (das sind die "Guinness-Vögel", im deutschen "Nashornvogel") und Krokodile, die sich am Flußufer sonnen; lassen uns dann vom Bus an der Hauptstraße absetzen und erwischen nach kurzer Zeit auch einen Expressbus nach K.K.; nehmen uns dort ein Zimmer und gehen was essen; dann auf den Philippino-Market;

Montag, 26. Februar
Sapi In der Früh rüber auf Sapi, eine der K.K. vorgelagerten kleinen Inseln; gehen dort schnorcheln und sonnenbaden; als dann eine Gruppe deutscher Touristen ankommt, fliehen wir quer über die Insel durch den Wald zu einem verlassenen Strand; dort wieder schnorcheln, außer intensiv blauen Seesternen aber nicht zuviel interessantes da;

Dienstag, 27. Februar
Heute können wir endlich mal ausschlafen, der Flieger geht erst um halb 12; am Flughafen stecken wir beim Einchecken über eine Stunde in der Schlange fest, weil eine Sippe Inder sich weigert, für ihr Übergepäck zu bezahlen; sind ca. 10 Leute und sie müßten pro Person so an die 1000 S$ nachzahlen; Flug zurück nach J.B., mit Airlinebus dann nach Singapore; daheim erstmal zwei Stunden lang die emails der vergangenenen Woche aufarbeiten; übersehe heut Buffy;



März 2001

1:21 PM 3/1/01