Freitag, 1. Dezember (1. Advent)
(in Singapore hat ein Adventskalender übrigens 32 Fenster und geht bis Neujahr)
Da nach der Arbeit so schöner Sonnenschein ist, kann ich mich unmöglich für eine Stunde in den Bus setzen;
gehe also in den nächsten Food Court, setze mich in die Sonne und schlürfe ein paar Teh und lese bis es dunkel wird;
geh daheim mit Dirk ins Hawker Center zum Essen und Schachspielen; danach zum Billardspielen: da kein Pooltisch frei ist,
müssen wir Pool auf dem Snookertisch spielen; Video schauen: "A Scary Movie";
von der Uni ist endlich die Bestätigung da, daß ich ab Januar auf dem Campus wohnen kann: Extension Block, d.h.
Einzelzimmer;
Samstag, 2. Dezember
*zensiert* aus *zensiert* kommt an: GROSSES DANKESCHÖN !!!
mittags an die Uni zum Kopieren und Downloaden; denk heut endlich mal dran, meinen Laptop zu registrieren, damit die Garantie
gütig wird;
am späten Nachmittag und Abend in den Turf Club
zum Pferderennen: verliere insgesamt 25 S$, schramme aber nur einen Pferdekopf an einem 2150S$-Gewinn vorbei;
es ist aber schon beängstigend, mit welcher Begeisterung und welchen Summen die Singapuris hier wetten;
ist aber beim Lotto genauso: jeden Montag und Donnerstag stehen die Leute mittags bis auf die Straße hinaus
schlange, um den Schein abzugeben; die meisten Leute sehen das wahrscheinlich als einzige Chance, sich ein eigenes Auto
oder eine eigene Wohnung leisten zu können;
Sonntag, 3. Dezember
In den Botanischen Garten und Orchideen Garten (Eintritt ist diese Wochen für Studenten zufällig frei): endlich mal
ein Park, wo man sich auch in die Wiese legen kann;
abends nach Little India zum Essen, weil da Sonntag abend immer so viel los ist; es ist zufällig grad Open Air Kino,
sie zeigen einen indischen Film ganz ohne Untertitel, aber die Handlung ist bei den indischen Filmen eh immer gleich;
komischerweise steht ca. ein drittel der Leute bei der ersten Tanzszene auf und geht (?!?), ich schau mir in etwa die Hälfte
an;
kaufe mir die Pokemon Folge 1 auf VCD im japanischen Original mit chinesischen Untertiteln, die ich daheim natürlich
gleich anschaue;
Montag, 4. Dezember
In der Arbeit ist heute die Simulationsgruppe aus München da; deshalb ganzer Tag Workshop und Werksbesichtigung:
Lab, Production Line, Testing;
Dienstag, 5. Dezember
Mal wieder ein ruhiger Abend zum Kräftesammeln;
Mittwoch, 6. Dezember
Buche meinen Flug nach Kambodscha um; nehme jetzt doch Rückflug dazu, da es mir wegen dem starken Monsun heuer zu
gefährlich wird, mit dem Zug über Thailand und Malaysia nach Singapore zurück zu fahren;
unverhoffter Weise darf ich doch noch mitgehen zum Department Dinner; fast das komplette AIT-Management aus Deutschland ist da;
auch diese Guys schlagen sich ganz tapfer beim Karaoke (schnulzige englische Songs, wo das Video in der Müchner
Fußgängerzone aufgenommen wurde);
Donnerstag, 7. Dezember
Feueralarmübung bei Infineon: ziemlich langweilig;
meine Hartnäckigkeit zahlt sich aus: Infineon zahlt uns deutschen Praktikanten (nach langem Nachhaken) während
unseres Semesters an der NUS das volle Gehalt weiter (wie es auch Siemens tut); damit relativiert sich die Aussage vom
25. September natürlich;
nach der Arbeit noch mal mit den Simulationsleuten aus München zum Essen und Biertrinken, danach zum Geschenkeeinkauf in
Orchard Road, denn sie fliegen morgen wieder zurück;
Freitag, 8. Dezember
Nach der Arbeit ins Reisebüro um den Flug zu bezahlen, dann noch etwas rumschauen in Chinatown;
danach zur Party in der US Botschaft (ist heute seit langem wieder mal);
Samstag, 9. Dezember
Verbringe den ganzen Tag vor dem Computer (erst Uni, dann daheim); South Park anschauen;
Sonntag, 10. Dezember
Wir fahren schnell nach Malaysia rüber zum Einkaufen; abends Stigmata anschauen;
meine bisher schönste Woche in Singapur ist zu Ende;
Montag, 11. Dezember
Hole mein Flugticket ab, kaufe ein paar Sachen für Kambodscha ein; finde in Chinatown zufällig echte Kiachen
(Kücherl ?), die auch so schmecken: da fühlt man sich doch gleich wieder wie daheim !
abends nach langer Zeit endlich mal wieder zum Joggen;
Dienstag, 12. Dezember
Nach der Arbeit ins World Trade Center:
Verkaufsmesse mit Produkten aus Indonesien: esse dort und kauf mir noch mal einen Sarog;
ein großes Schiff (die "Dulos", ältestes noch fahrende Schiff der Welt) ist grad zufällig
im Hafen, mit einem großen Büchershop an Board, ist aber nichts gescheites dabei;
Schuhe kaufen; Lexikon mit ca. 100000 reellen Zahlen zwischen 0 und 1 und deren Darstellung durch bekannte Funktionen und
Konstanten kaufen;
abends ein wenig Lernen;
Mittwoch, 13. Dezember
Lasse heute Stufe 3 der Haarverkürzungsprozess ausführen;
ägere mich den Rest des Tages mit dem Laptop rum;
Donnerstag, 14. Dezember
Daniel kommt um 5.30am vom Urlaub heim und weckt uns alle auf.
Muß abends zur Orchard Road; dann Computer;
Freitag, 15. Dezember
Arbeit bis um 15 Uhr, dann haben wir Infineon Technologies Asia Pacific AIT Bowling Tournament; ich darf wider Erwarten auch
als Praktikant teilnehmen, weil jemand krank geworden ist, werde mit meiner Gruppe letzter; geh dann mit ein paar Kollegen
zum Snooker-Spielen; abends haben wir dann Weihnachtsfeier/Anual Dinner im Oriental Hotel: großes Buffet mit Suppe,
Sushi, Krebs, Austern, Krebsscheren, alle Arten von Krabben, alle Arten von Lachs, Baby-Hummer, Ente, Hammel, Rind,
Truthahn, Gemüse, Salate, Nudeln, Kuchen, Gebäck, Früchte, Eis, Käse;
geh dann später mit Martin noch zum Newton Circus, um ein paar Bier zu trinken;
Samstag, 16. Dezember
Einkaufen, Uni, Video-Schauen: Natural Born Killers;
Sonntag, 17. Dezember
Fahre mit Martin auf Pulau Ubin, eine kleine singapurische Insel; leihen uns Mountainbikes aus und fahren durch den Wald, werden
dabei von den Mosquitos zerfleischt; die Insel ist mehr indonesischer Lebensstandard als singapurischer;
abends zum Boat Quay in ein Irish Pub;
Montag, 18. Dezember
Joggen und Ratsch am Abend;
Dienstag, 19. Dezember
Erhalte heut Glühweingewürzlieferung aus Deutschland .....:-)))))
gehe sofort Rotwein einkaufen (billigste Flasche 15 S$, aber egal) und wir haben eine kleine
Spontan-Nikolaus-X-mas-Glühwein-Party;
Mittwoch, 20. Dezember
In Chinatown restliches Zeug für den Urlaub besorgen; Schlafen und Wäsche machen;
Donnerstag, 21. Dezember
Werde Mittag zum Ente-Essen eingeladen, probier auch endlich mal das Century-Egg;
abends Packen und Bier trinken;
Freitag, 22. Dezember
Heute letzter Arbeitstag bei Infineon, werde von meinem Section Manager zum Essen eingeladen: cantonese Style, all you can eat;
probier jetzt auch mal die Chicken Feet, ist aber nicht viel dran, da schmecken die Shark Fin Dumplings schon besser;
fahr vom Restaurant aus mit dem Taxi zum Flughafen: Flug mit Royal Air Cambodge dauert zwei Stunden; die ersten zwei
Dinge, die ich beim Landeanflug sehe sind gleich sehr treffend für dieses Land: Reisfelder und Militärhubschrauber;
Visa dauert 2 Minuten und kostet 20 US$ (so ziemlich alles ist hier in US$);
Fahrt vom Flughafen nach Phnom Penh (Hauptstadt von Kambodscha) mit dem Motorrad(=Mofa)-Taxi dauert 20 Minuten; Staße
kommt mir dreispurig vor: links und rechts in die eine Richtung, in der Mitte in die andere, am Straßenrand sind
überall Essensstände und Polizei bzw. Militär; bestell mir Sokhom, meinen Taxifahrer, für Sonntag, um die
Killing Fields anzuschauen; nehm mir ein kleines Zimmer in einem Guesthouse am Boeng Kak See; geh nach einer Dusche runter auf die
Terasse direkt am See und probier das einheimische Angkor Bier, im Fernsehen läuft Soldat James Ryan;
Samstag, 23. Dezember
Schau mit zu Fuß die Stadt an: Wat Phnom (der berühmteste Tempel der Stadt) auf einem kleinen Hügel, Affen auf
den Bämen; Bettler werden mit der Zeit ziemlich aufdringlich, weshalb ich meine Taktik ändere und eine Packung Kekse
kaufe, womit sich zumindest die meisten Kinder zufrieden geben; komme zu einer Schule, wo auch ein paar junge Mönche
rumhängen, mit denen ich mich ne Weile unterhalte;
leg mich irgendwo erschöpft von der Hitze und dem vielen Rumlaufen irgendwo auf eine Wiese,
dauert nicht lang bis ich von ein paar Jungs umringt werde, die allerdings kein Englisch können, aber mit Hilfe von Zettel,
Stift, Landkarte, Kekse und Zigaretten kann man sich schon unterhalten;
schau mir ne weitere Tempelanlage an, wo ne Horde kleiner Kids auf mich losstürmt, sie haben ein paar Spielzeugtiere und
versuchen, mir die kmerschen Wörter dafür beizubringen, aber ohne Erfolg;
geh dann auf die andere Seite vom Fluß, wo ich keine Karte mehr habe; hier gibt's aber nur einen kleinen Markt und lauter Slums;
laß mich von nem Moped in den anderen Stadtteil zurück bringen, sehe ein paar Industriebetriebe, u.a. Nestle
(die machen hier Dosenmilch) und eine große Weberei, die für Nike produziert;
trau mich dann doch noch in eine Slumsiedlung, wo mir die Kinder nachlaufen und die Frauen kichernd aus den Hütten
rausschauen; irgendwann kommt ein Mann auf mich zu und sagt: "Not good go there !", woraufhin ich den Rückzug ins
Guesthouse antrete; dort schauen wir erst "Killing Fields"" und dann "Southpark" an;
Sonntag, 24. Dezember (Heilig Abend)
Laß mich rausfahren zu den Killing Fields, da sind die Massengräber des Pol-Pot-Regimes von 1975-1979;
Sokhom soll mich dann zurückbringen, bringt mich aber zu einer Shooting Farm, wo ich absolut nicht hin will, beim
Anblick der vielen Schußwaffen und scharfer Munition wird mir schon etwas anders, komme aber heil wieder raus;
dann ins Tuol-Sleng-Museum, das ehemalige Konzentrationslager "Security Office 21" von den Roten Khmer;
brauch dann etwas aufmunterndes, fahr zum Olympic Stadion (nein, hier gab's nie Olmpische Spiele, aber 1966 die GAmes of the New
Emerging FOrces), wo ca. 200 Kids Fußball und Volleyball spielen; spiel für zwei Stunden mit bis es dunkel wird und fahr dann heim;
schlafe dann ne Stunde, dann runter auf die Terasse, essen und "Scream 3" anschauen;
Merry Chrismas !
Montag, 25. Dezember
Um 7 Uhr los auf dem Dach eines total überfüllten Speedboates nach Siem Reap; kommen um 13 Uhr an: schwimmendes Dorf,
winkende Kinder, viele Malibus, ein paar Affen; mit Motortaxi zum Guesthouse, dann Stadt anschauen; ein Junge zeigt mir eine Tempelanlage:
"Abfallhaufen" mit Knochen und Schädeln, wunderschöne Pagode in der ein Mönch in der Hängematte
liegt und Walkman hört, viele Stupas; der Junge lädt mich ein, ihn morgen abend zu seinem Englischunterricht zu
begleiten;
fahre dann zum ersten Tempel von Angkor - diese Tempel zählen zu den 7 Weltwundern - , um den Sonnenuntergang
anzuschauen; Eintrittspreis für einen Abend und drei Tage kostet 40 US$, Mofa (mit oder ohne Fahrer) pro Tag 6-8 US$;
abends Essen und Ratsch im Guesthouse;
Dienstag, 26. Dezember
Tagsüber Tempel anschauen, z.T. noch schön vom Urwald überwuchert, in den Ruinen relaxen und lesen;
abends khmerscher Englischunterricht: ca 25 Schüler zwischen 10 und 30 Jahren; der Lehrer catched mich sofort und meint,
ich solle den Unterricht halten; will, daß ich ein Kapitel aus dem Lehrbuch vorlese, damit sie sich an den Klang der Sprache
gewöhnen (ich mit meinem schrecklichen deutschen Akzent ! aber sie brauchen ihr English eh nur für die
Touristen); aber die Kids hören mir zumindest zu und lesen auch z.T. laut mit und stellen dann auch zaghaft Fragen zu den
Wörtern; soll dann Grammatik machen und den Unterschied zwischen "a lot of" und "lots of"
erklären, hab natürlich keine Ahnung, ich glaub, der Lehrer aber auch nicht; er macht dann weiter und liest was vor,
ihm hört aber keiner mehr zu: Papierflieger, Ratsch, Schüler wechseln die Plätze und gehen z.T. auch raus,
stört aber den Lehrer nicht; mein Freund hat dann im Anschluß noch Japanischunterricht, der Lehrer bringt mich mit
dem Mofa heim, weil es schon dunkel ist;
abends mit ein paar Traveller vom Guesthouse in eine Bar;
Mittwoch, 27. Dezember
Schau in der Früh einen Tempel etwas außerhalb an, kommen auf dem Weg dort hin durch ein paar Dörfer, die Leute
transportieren alles mit dem Mofa: 5 Leute, ein Mann und zwei lebendige Schweine, ein Mann und 30 lebendige Hühner, etc;
fahren uns beim Rürückfahren einen Nagel ein, haben aber das Mofa nach einer halben Stunde wieder fahrbereit;
dann noch 6 andere Tempel, schönster ist der Praeh Khan, ist noch von Urwald und Würgefeigen umwuchert und nur z.T.
wieder restauriert;
bin abends völlig kaputt und geh nach dem Essen nur noch ins Bett;
Donnerstag, 28. Dezember
Schau mit heute die zwei berühmtesten Tempel an: Angkor Wat und Bayon; dann nochmal in den Praeh Khan,
diesmal geh ich aber außen an der Mauer entlang (soweit es der Urwald zuläßt), wag mich auch in einen
alten verfallenen Turm aus dem seltsamste Geräusche kommen, sind aber dann nur ne Menge Fledermäuse;
merke dann beim Zurückgehen, daß der Weg eigentlich wegen Schlangen gesperrt gewesen wäre, hab aber
keine gesehen;
abends Ratsch im Guesthouse mit nem Schweizer, der fast sein ganzes Leben auf Tahiti
verbracht hat und jetzt mit seiner chinesischen Frau auf Bali lebt;
Freitag, 29. Dezember
Werde um 6.30 Uhr am Guesthouse vom Pick Up abgeholt um nach Kompong Thom zu fahren; wir holen noch massig andere Leute und Pakete und
Post und alles ab und kommen dann um 8 Uhr raus aus der Stadt; sind 9 Leute im Pick Up und nochmal ca. 10 Leute draußen auf der Ladefläche;
die Straße besteht nur aus lauter Schlaglöchern mit etwas Steinen und Erde außenrum; so ziemlich alle Brücken sind
eingestürzt, aber mit ein paar großen Brettern kommt man schon durch; um 11.30 Uhr gibt's ne Pause zur Stärkung:
eine Schüssel Reis mit etwas Gemüse für uns und zwei Liter Wasser für den Kühler vom Nissan; gegen zwei kommen wir
in Kompong Thom (ca. 40 000 Einwohner) an;
finde für das Geld, das ich in Siem Reap für das dunkle versiffte Zimmer im Guesthouse gezahlt hab, ein schönes
Hotelzimmer mit sauberem Bad und TV; schau mich nach einer Dusche etwas in der Stadt um: außer einem Markt gibt's hier nichts;
Tempel sind außerhalb, dafür bräucht ich mindestens nen halben Tag Zeit;
hab das Gefühl, daß mit nach einer Woche mal ne Rasur wieder gut tun würde, laß mich also von nem alten Mann,
der da mit Spiegel und Schere am Straßesrand ist, rasieren; bereue es dann aber, weil er keine Rasiercreme hat und das Messer nicht
besonders scharf ist;
esse abends im Restaurant vom Hotel, unterhalt mich etwas mit den zwei Kindern vom Hotelbesitzer: sie haben vor einer Woche einen
nagelneuen Computer bekommen, sie nehmen mich mit auf ihr Zimmer und ich zeig ihnen ein bischen wie Word funktioniert;
Samstag, 30. Dezember
Fahr mit nem Minibus (20-25 Leute in nem 9-Sitzer) nach Phnom Penh, Staße ist diesmal in Ordnung; in Phnom Penh auf dem
Markt was essen, dann ins Guesthouse, nehm ne Dusche und fahr dann zu den "Seeing Hands", einer Einrichtung unterstützt von
der Christoffel-Blindenmission, wo ich mir zum Abschluss meines Urlaubs für 3 US$ eine einstündige Shiatsu-Massage gönne;
setzt mich dann an das Ufer des Mekong um ein bischen zu lesen; Abendessen im Guesthouse;
Sonntag, 31. Dezember (Silvester)
Frühstück und dann zum Flughafen; weitere 20 US$ Airport-Tax; Flug nach Singapur; wäschewaschen, essengehen,
einkaufen, schlafen; schön langsam treffen alle Leute ein, mit denen wir heut feiern; um halb elf dann in einen Club:
schweineteuer alles und und zwöf gibt's nicht mal einen Countdown, die Musik spielt ganz normal weiter, es geht auch
keiner auf die Straße raus;